Arizona Blog

16. Februar 2012

Hallo zusammen!

Vergangenes Wochenende fand ein weiterer Hallenwettkampf statt. Am Donnerstag, 9.Februar trafen wir uns um 15:00 Uhr beim „McKale“ Center und wurden mit dem Car zum Flughafen gefahren. Am frühen Abend kamen wir im 10 Grad kalten Seattle (Washington) an und nachdem wir in einem gemütlichen Restaurant gegessen haben, bezogen wir die Hotelzimmer. Die Langstreckenläufer (5000m) hatten bereits freitags ihr Rennen, all die anderen erst samstags. Am Freitagmorgen gingen wir zusammen auf einen Dauerlauf und am Abend unterstützten wir unsere Teamkolleginnen und Kollegen bei ihrem Rennen. Sally Kipyego, die mehrfache amerikanische Meisterin, gewann das 5000m-Rennen der Frauen. Am Samstagmorgen fuhren wir um 10:00 Uhr ins Stadion und kurz nach Mittag fanden die 3000m-Rennen statt. Insgesamt wurden vier 3000m-Serien an je etwa 20 Läuferinnen ausgetragen. Die erste Serie ist meist die Langsamste und die letzte die Schnellste. In einem ungewohnt grossen Feld war es vor allem bis zur Hälfte des Rennens nicht einfach. Ich musste konzentriert laufen, wurde geschupst von der Seite und von hinten. Mit meiner Zeit, 10:06, bin ich weder sehr zufrieden, noch enttäuscht. Wichtig war für mich primär die tolle Wettkampferfahrung. Jede Läuferin präsentierte ihre Uni und der Konkurrenzkampf war deutlich zu spüren. Das Niveau hier ist sehr hoch und der Sport hat einen sehr hohen Stellenwert. Nach meinem Rennen schaute ich noch ein paar weitere Rennen, bevor wir dann zum Hotel zurück gingen und den Abend mit Sightseeing in der Stadt verbrachten. Unsere Hotelzimmer waren sehr schön und gemütlich und wir konnten nach unseren Rennen von einem Whirlpool profitieren. Am Sonntagmorgen ging es früh mit dem Car zum Flughafen und am Nachmittag kamen wir wieder in Tucson an. Es war eine sehr gute und schöne Erfahrung. Seattle ist für mich eine schöne Stadt und ich genoss es, für ein paar Tage etwas kältere Temperaturen zu haben.  

Liebe Grüsse

Cléa

      





6. Februar 2012

Hallo zusammen!

Wenn man am frühen Nachmittag bei sonnigen Temperaturen afrikanische Weltspitzenläufer wie Bernard Lagat oder Daniel Komen endlos rund um die Bahn rennen sieht, dann ist man in Tucson gelandet. Es ist beeindruckend wie die afrikanischen Läufer zusammen trainieren. Mit langen, schnellen Schritten absolvieren sie zusammen eine Bahnserie nach der anderen und scheinen unermüdlich zu sein. Ob weltklasse oder nicht, Coach Li setzt sich mit vollem Herzen für all seine Athleten ein. Er schreibt individuelle Trainingspläne und ist organisiert und strukturiert, sodass er allen die Zeiten auf der Bahn stoppen kann. Nachdem die afrikanischen Gazellen ihr Bahntraining absolviert haben, kommen wir ‚student-athletes’ an die Reihe.

Bernard Lagat und Daniel Komen sind beide Weltmeister und gehören zu den schnellsten Mittel- und Langstreckenläufer auf der ganzen Welt. Interessant ist ebenfalls, wie bescheiden diese Läufer sind. Sie sprechen in einer humorvollen Art und Weise mit mir und ich merke dabei gar nicht, dass ich mich gerade mit einem Spitzenläufer unterhalte. Auch kochen sie gerne ihre zwei kenianischen Spezialitäten, Ugali und Chabati und laden uns zum Nachtessen ein.

Als Schülerathlet hier an der University of Arizona stehen einem sehr viele Möglichkeiten zur Verfügung. Das Athletengebäude „McKale“ befindet sich gerade am Anfang des Universitäts-Gebietes und ist nur für uns Schülerathleten gedacht. Im McKale-Gebäude befindet sich unter anderem der grosse Kraftraum, ein Trainingsraum und einen Lernbereich (nur für Athleten). Im Trainingsraum stehen einem Massageräte, Physiotherpeuten, ein Eisbad und einen Whirlpool zur Verfügung. Ausserdem arbeiten mehrere Ärzte dort und sorgen sich um die Athleten. Der Lernbereich umfasst drei grosse Lernräume und einen grossen Computerraum, wo man gratis drucken kann. Im Computerraum befindet sich ein sogenanntes ‚Writing-Center’. Dort hat man die Gelegenheit, seine Essays und Arbeiten gratis von Ausgebildeten korrigieren zu lassen. Jeder Schülerathlet hat ein grosses Schliessfach. Ich lasse jeweils ein paar Trainingskleider und Laufschuhe dort, damit ich direkt von der Uni ins Training kann und somit Zeit sparen kann. Wir bekommen pro Semester mehrere Laufschuhe und werden mit genügend Kleidung ausgerüstet. Alles natürlich schön mit ‚Arizona’ beschriftet, um auf dem konkurrenzfähigen, amerikanischen Wettkampfsmarkt bestehen zu können. Am Sonntag schauten wir zusammen den Super Bowl Footballmatch. Jeder der kam brachte etwas zu Essen und wir verfolgten das Spiel von Anfang bis Schluss. Am nächsten Donnerstag fliegen wir nach Seattle (Washington) für das nächste Hallenrennen.


Liebe Grüsse
Cléa



                     


30. Januar 2012


Hallo zusammen!

Da ich mich mittlerweile an das amerikanische System relativ gut gewöhnt habe, läuft der Alltag einiges runder ab. Trotzdem gibt es immer wieder Veränderungen und viel Neues. In meinem online Psychologie-Kurs fanden bereits die ersten Prüfungen statt. Es läuft so, dass wir den Stoff online herunterladen müssen, selbstständig lernen und dann die Prüfung absolvieren müssen. Über das Semester finden in diesem Kurs insgesamt fünfzehn Prüfungen statt und insgesamt fünf Arbeiten müssen online eingereicht werden. Das System an der Uni funktioniert anders als in der Schweiz. Wir haben das ganze Jahr hindurch Prüfungen. Die Abschlussprüfungen Ende Semester werden ein bisschen stärker gewichtet. Ausserdem musste ich mich mit den Noten zurechtfinden: 90-100% bedeutet ein A, 80-90% wird mit einem B benotet, 70-80% ist ein C und so weiter. Als Athletin oder Athlet muss man im Durchschnitt ein C haben, um die Erlaubnis zu haben, überhaupt Wettkämpfe zu bestreiten. Alles unter einem C (= D, E) bedeutet „ungenügend“ und ein F bedeutet „Fail“.  Drei Mal pro Semester müssen wir einen „Grade-Check“ abgeben. Das heisst, die Professoren füllen diesen Check aus und schreiben alle Prüfungsnoten auf. Dies weist uns auf den momentanen Notendurchschnitt hin und zeigt den Trainer wo wir stehen. Wir werden immer wieder kontrolliert mit „Grade-Checks“ in der Schule und Testläufen im Training. Kleine Aussetzer oder Faulenzen kann man sich während des Semesters und während der Saison nur schlecht erlauben. Dafür gibt es immer wieder „Breaks“, die voll und ganz zur Erholung gedacht sind.

Viele liebe Grüsse
Cléa



17. Januar 2012

Neues Jahr - Neuer Trainer - Neues Training - Neue Klassen

Das neue Jahr hat bereits viel Neues gebracht. Da gewisse Komplikationen aufgetreten sind, hat es einen Trainerwechsel gegeben. Coach Erin (Assistance Coach) hat bisher das Frauenteam übernommen. Nun trainieren alle Läuferinnen, die Wettkämpfe bestreiten unter Coach Li (Head Coach). Da Coach Li etwas andere Trainingsstrategien hat, hat sich das Training seither verändert. Die grösste Änderung hat sich im Kilometerumfang vorgenommen. Es werden weniger, dafür schnellere Kilometer gelaufen. 

Am letzten Mittwoch hat das 2. Semester an der Uni begonnen und neue Klassen kommen auf mich zu. Ich werde mich dieses Semester mit allgemeiner Psychologie, sozialer Psychologie, Gesundheitspsychologie und Englisch befassen. Speziell ist vor allem der allgemeine Psychologiekurs (General Psychology), der online stattfindet. Alle Instruktionen sind online auffindbar, die Artikel müssen online heruntergeladen werden, Arbeiten müssen zu gegebener Zeit in der Rubrik „Dropbox“ hochgeladen werden und Prüfungen finden zu vorgegebenen Zeiten online statt. Zu spät eingereichte Arbeiten oder versäumte Online-Prüfungen werden strikt mit einem „F“ (=fail) bestraft.

Das Training findet neuerdings am Nachmittag statt. Nachdem wir den Morgen an der Uni verbracht haben, treffen wir uns meist zwischen 15:00 und 16:00 Uhr bei der Bahn für’s Training.

Vergangenen Montag war ich noch in Oro Valley, im Nordwesten Tucsons. Es war sehr eindrücklich und schön. Bisher war ich immer in der Stadt und in der Uni-Gegend. In Oro Valley ist man direkt bei den Bergen, man ist umgeben von der Natur mit vielen Kaktusbäumen und es ist natürlich auch einiges weniger los als hier im Zentrum Tucsons. 

Liebe Grüsse
Cléa




5. Januar 2012

Hallo zusammen!

Die Weihnachtszeit dieses Jahr war gefüllt mit neuen Erfahrungen und geprägt von schönen Momenten im sonnigen Kalifornien. Es war sehr spannend, das Weihnachtsfest in der Fremde kennenzulernen. An Heiligabend gingen wir am Nachmittag zu Verwandten von meiner Teamkollegin. Es gab verschiedene mexikanische Gerichte wie Tamales oder Chilli und eine grosse Auswahl an Dessert. Als es langsam dunkel wurde, gestalteten wir im Garten Weihnachtsglocken, welche wir anschliessend alle an den Weihnachtsbaum hängten. Dies sei bei ihnen eine familiäre Tradition, die sie schon seit Jahren pflegen. Danach wurden alle Geschenke übergeben und ausgepackt. Um 21:00 Uhr ging ich mit meiner Teamkollegin und ihrer Familie in die Kirche. Zu Beginn wurde allen eine Kerze verteilt. Der Pfarrer wählte das Thema ‚Lost and Found' (Verloren und gefunden) für den diesjährigen Weihnachtsgottesdienst. Verschiedene Sängerinnen und Sänger performten moderne Weihnachtslieder und am Ende wurden alle Lichter ausgelöscht und die Kerzen angezündet, was richtig schöne Weihnachtsstimmung auslöste. Am Weihnachtsmorgen bereiteten meine Teamkollegin und ich für die ganze Familie das Frühstück vor: Es gab French toast mit Zimt-Vanille Brot. Danach ging es ans Vorbereiten für den Nachmittag, denn alle ihre Verwandten kamen, um bei ihnen im Garten Weihnachten zu feiern. Wir stellten Tische und Stühle auf und bereiteten das Weihnachtsmenü (Schinken, Kartoffelstock, verschiedene Saucen und Salat) vor. Da fast alle ihre Verwandten etwas zum Nachtisch brachten, gab es wohl das grösste Dessertbuffet, das ich jemals gesehen habe. Die Weihnachten waren wunderschön, wir feierten bei warmen Temperaturen friedlich im Garten. 
Unsere Weihnachtsferien nutzten wir weiter aus, um Tagesausflüge nach San Diego, Los Angeles und Laguna Beach zu machen. An Silvester nahmen wir an einem Bowling Event teil und am 1.Januar assen wir Black Eyed Peas, denn das soll anscheinend Glück für das ganze Jahr bringen. Am 3.Januar war es Zeit, wieder nach Tucson zurück zu fahren. Am 11.Januar beginnt das zweite Semester an der Uni. Wir mussten jedoch schon eine Woche vorher wieder zurück sein, um das Training mit dem Team wieder aufzunehmen. 



Liebe Grüsse
Cléa


               




22. Dezember 2011

Bei sonnigen und warmen Temperaturen verbringe ich die Weihnachtszeit dieses Jahr bei meiner Teamkollegin in Trabuco Canyon, Kalifornien. Seit unserer Ankunft haben wir schon sehr viel unternommen. Am ersten Morgen joggten wir dem San Clemente Strand entlang. Es war etwas windig und der Blick auf den Ozean war wunderschön. Anschliessend setzten wir uns direkt in ein Restaurant-Café am Strand, wo wir ein frisches Frühstück genossen. Vergangenen Samstag unternahmen wir einen Tagesausflug nach Hollywood und ich konnte unter Anderem den Walk of Fame und das Kodak Theatre life sehen. Ausserdem planten wir kürzlich einen Ausflug in einen Vergnügungspark, der mit dem Europapark verglichen werden kann.

Aufgefallen hier in Trabuco Canyon und Umgebung sind mir die vielen Weihnachtsbeleuchtungen. Wahnsinn, wie viel Zeit die Leute hier teilweise investieren, um ihr Haus und Garten zu dekorieren. Ein Quartier ganz in der Nähe hat ein richtiges Weihnachtsparadies hingezaubert. Es bringt richtig Weihnachtsstimmung auf, doch teilweise ist es fast zu viel. Am vergangenen Wochenende gingen wir in die Kirche. Die Kirchenmusik ist sehr modern und das Thema ‚What is the purpose of my life’ (=Was ist der Zweck meines Lebens?) war äusserst interessant. Da wir nun mehr Freizeit haben, kochen und essen wir am Abend gemeinsam. Wir haben schon verschiedene Menüs zubereitet, unter anderem auch Schweizer Gerichte wie Reis Cazimir oder Älpler Maggaroni. Es stehen noch viele weitere spannende Tagesausflüge auf dem Programm. Deshalb trainieren wir jeweils am Morgen in der Früh. Die vielfältigen Strecken und das warme Wetter sind ideal für die täglichen Dauerläufe und es ist schön, eine Trainingspartnerin zu haben. In gewisser Weise ist es doch etwas mulmig, die Weihnachtszeit weit weg von zu Hause in der Fremde zu erleben.

Ich wünsche euch zu Weihnachten besinnliche Stunden und für's neue Jahr viel Glück und Segen!

Lots of greetings
Cléa


   
    
    








17. Dezember 2011

Hallo zusammen!

Mein erstes Semester an der Uni ist am 12.Dezember 2011 zu Ende gegangen. Die Woche zuvor fanden die meisten Abschlussprüfungen statt. Ausserdem musste ich für meinen Biologiekurs eine Abschlussarbeit schreiben. Ich schrieb über AIDS im 21.Jahrhundert und die Verantwortlichkeit der Lehrer und Eltern. Im Englisch musste ich einen Semesterrückblick schreiben, der ebenfalls bewertet wurde. Am vergangenen Samstag fand ein interner Wettkampf bei uns in Tucson auf der Bahn statt. Bei angenehmen fünfundzwanzig Grad und in T-Shirt und kurzen Hosen absolvierte ich mit meinen Teamkolleginnen und weiteren Athletinnen die 3000m. Wir waren nicht wirklich in Wettkampfstimmung, da wir uns alle im Aufbau für die Hallensaison befinden. Trotzdem wollten die Trainer, dass wir an dem Wettkampf teilnehmen und ihn als gutes, intensives Training sehen. Nebst den Prüfungen und dem Training war auch sonst so einiges los. Zwei meiner Teamkolleginnen hatten Geburtstag und veranstalteten eine Fete. Ein anderes Mal luden meine Mitbewohnerinnen und ich alle zu uns zu einer ‚Movie-Night’ ein. Wir besorgten Popcorn und verschiedene Sorten Hot-Chocolate und hatten einen gemütlichen Abend bei uns im Wohnzimmer. Am Donnerstag, 15. Dezember 2011, war es dann endlich so weit und meine Teamkollegin, Megan, und ich brachen mit dem Auto nach Kalifornien zu ihr nach Hause auf. Die Autofahrt ging rund sieben Stunden. Die Strecke von Arizona (Tucson) nach Kalifornien (San Diego) ist wunderschön: Kaum Häuser, dafür viele Kaktus- und Dattelbäume und vor allem viel Land. Die Zeit verging wie im Flug und nun bin ich hier in Kalifornien über Weihnachten und Neujahr. Das Wetter ist schön, es ist sonnig und warm. Ich werde dieses Jahr keine weissen Weihnachten haben, sondern die Weihnachtszeit am Strand verbringen. Ich wünsche allen eine schöne Adventszeit und besinnliche Stunden. Ich werde mich bald wieder melden, diesmal nicht aus Arizona, sondern aus Kalifornien.

Liebe Grüsse
Cléa




5. Dezember 2011

Hallo zusammen!

Thanksgiving ist in den vereinigten Staaten ein staatlicher Feiertag, der am vierten Donnerstag des Monats November gefeiert wird. Es ist das wichtigste Familienfest hier in den vereinigten Staaten. Ausserdem ist am 21.November die Cross-Saison zu Ende gegangen. Aus diesem Grund bekamen wir sowohl von der Uni, als auch vom Training her eine Woche frei. Die Mehrheit meiner Teamkolleginnen nutzte die Gelegenheit und fuhr nach Hause, um mit der Familie dieses Fest zu feiern. Am Thanksgiving-Abend wird Turkey gegessen. Ich als Europäerin  aber hatte nichts zu feiern und nutzte deshalb die Gelegenheit, um einen Städtetrip nach New York zu machen. Fünf Tage lang weg von Arizona, besichtigte ich die interessante und populäre Stadt und vernachlässigte das Training komplett. Vom Empire State Building, über das Schlittschuhlaufen im Central Park und die Schifffahrt zur Freiheitsstatue hat mir alles sehr gefallen. Als ich Ende November wieder erholt in Tucson ankam, wurde wieder Konzentration in der Schule und Trainingsfleiss gefragt. Im Training sind wir momentan in einer Übergangsphase. Es geht rund eineinhalb Monate bis die Hallensaison beginnt. Diese trainingsfreie Zeit wird mit viel Kilometerumfang gefüllt. Ausserdem ist an der Uni ganz schön viel los. Das Semester geht für mich am 12. Dezember zu Ende. Das heisst, nächste Woche finden fast alle Abschlussprüfungen statt und die letzten Arbeiten müssen eingereicht werden. Nachdem ich mit all dem durch bin, werde ich mit einer Teamkollegin nach Kalifornien (in der Nähe von Los Angeles) fahren und die Weihnachtszeit in der Wärme am Strand verbringen. Dies wird sicherlich eine sehr spezielle Erfahrung sein.

 
                 



30. Oktober 2011

Hallo zusammen!

Halloween stand an und ich nahm an meinem ersten grossen Cross-Lauf hier teil – die letzten zwei Wochen waren wieder mit viel Abenteuer gefüllt.

Da Halloween in den Vereinigten Staaten zu den wichtigsten Feiern zählt, wird dem auch dementsprechend Aufmerksamkeit geschenkt. Zu diesem Anlass schnitzten wir Kürbisse und einer der Coaches veranstaltete eine Halloween-Party für alle Leichtathletinnen und Leichtathleten vom Arizona-Team. Alle erschienen ganz unterschiedlich gekleidet – als Hexe, M&M, Spiderman, Lady GaGa, und so weiter. Der Kreativität wurde keine Grenze gesetzt. Es gab mexikanisches Abendessen und einen anschliessenden Halloween-Wettbewerb: Wer hat das schönste/kreativste/lustigste Kostüm? Obwohl ich kein wirklicher Halloween-Fan bin, war es doch ein ganz netter Abend.

Am Samstag, 29. Oktober 2011, hatte ich meinen ersten Wettkampf hier im Land der ungebremsten Möglichkeiten.  Am Freitagmorgen reisten wir mit dem Car nach Phoenix, wo das Rennen stattfand. Nachdem wir unsere Zimmer in einem wunderschönen Hotel bezogen, ging es am Vorabend auf einen lockeren Dauerlauf. Nach dem Nachtessen ging ich schon bald ins Bett, schliesslich galt es am Wettkampftag wieder früh aufzustehen. Ich teilte das Zimmer mit meiner kenianischen Teamkollegin. Es war ein wunderschönes Zimmer, mit zwei grossen Betten, einem grossen Badezimmer, einer bequemen Couch und einem Balkon mit wunderbarer Aussicht. Als am Abend langsam die Sonne unterging und die Nachtlichter angezündet wurden, genossen wir diese relaxte Stimmung und machten uns bettbereit. Am Wettkampftag wurden wir um 8:00 Uhr mit einem grossen Golf Cart zum Wettkampfplatz gefahren. Der Start war um 10:00 Uhr. Aufgewärmt und eingelaufen musste jedes Team eine Viertelstunde vorher am Start erscheinen. Zwölf grosse, bekannte Universitäten waren am Start, um sich über die 6 Kilometer lange und relativ flache Strecke zu messen. Für mich verlief das Rennen nicht optimal. Der Start war schnell, die vielen Teilnehmerinnen waren für mich ungewohnt und meine Form ist noch nicht voll und ganz da. Meine Zeit von 22:01 Minuten über 6 Km ist schwer einzuschätzen. Im Cross kann man - im Vergleich zur Bahn - keine direkten Vergleiche ziehen, da der Untergrund und die Steigung variieren. Ich wurde 79. Von insgesamt 109 Teilnehmerinnen. Eine Platzierung, die in der Schweiz in einem Cross gar nicht möglich ist. Trotzdem bin ich zufrieden wieder in Tucson angekommen. Es war ein äusserst leerreiches, schönes und spannendes Wettkampfwochenende. Viele neue Eindrücke und vor allem viele neue Erfahrungen, die ich sammeln konnte. 


Hotelzimmer in Phoenix:

Wettkampf:





17. Oktober 2011

Hallo zusammen!

Am 8.Oktober startete ich an meinem ersten Rennen hier in den USA. Es fand in Phoenix, Arizona statt. Um 8:00 Uhr galt es zwei Runden an je 2.5 Kilometer mit einer happigen Steigung zu absolvieren. Es war ein kleineres Rennen. Die Woche vor dem Rennen wurde ich leider krank und fühlte mich schwach und schlecht. Trotzdem musste ich normal weitertrainieren und am Wettkampf starten. Am Wettkampftag fuhren wir um 4:45 Uhr morgens mit unserem Bus Richtung Phoenix und der Start war um 8:00 Uhr. Während des Rennens fühlte ich mich etwas kraftlos, beendete die 5 Kilometer lange Strecke dennoch als 3.Platzierte. Im Ziel bekam ich Krämpfe in den Beinen und konnte nicht mehr auslaufen. Die Krämpfe spürte ich auch die Tage danach noch deutlich und ich fühlte mich nicht wirklich gut. Ich investierte sehr viel Zeit für die Regeneration und versuchte alles, um diese Krämpfe aus meinen Beinen zu schaffen. Es ist schwierig, sich hier durchzusetzen, wenn es einem nicht gut geht. Vergangenen Freitag hätte ich eigentlich an meinem ersten grossen Rennen in Wisconsin teilnehmen können. Da ich mich aber noch nicht besser fühlte, musste ich es absagen. Gesundheit geht in jedem Fall vor und die nächste Gelegenheit kommt schon bald.

Meine kenianische Teamkollegin lud mich kürzlich zu einem afrikanischen Essen ein. Sie kochte Chapadi, eine kenianische Spezialität. Für mich war es eindrücklich, wie sehr sie sich bemühte, alles vorzubereiten und mir erklärte, wie es bei ihr in Kenia jeweils abläuft mit dem Essen. Da wird alles frisch gepflückt. Gespräche mit ihr gaben mir eine äusserst spannende Einsicht in ein afrikanisches Leben. Ihre Lebenseinstellung und ihre Dankbarkeit beeindrucken mich sehr. Ausserdem war sie letztes Jahr in derselben Situation wie ich. Sie kam in ein neues Land und musste sich an ihren neuen Lebensabschnitt gewöhnen. Auch sie hatte einige Schwierigkeiten, die sie schlussendlich mit Bravour meisterte und die sie von einer guten zu einer Topläuferin machten. Ja, sie gehört zu den Besten in ganz Amerika.

Gestern revanchierte ich mich und kochte Riz Casimir und backte einen Kuchen für drei Teamkolleginnen. Es war wiederum ein sehr gelungener Abend. Ich zeigte ihnen Bilder von der Schweiz. Die Kenianerin war ganz beeindruckt von all den Winterbildern und erzählte mir heute, dass sie von Riz Casimir geträumt habe, da es so lecker war. :-)

An der Uni ist bereits die Hälfte der Zeit vergangen. Anfangs Dezember sind die Abschlussprüfungen und dann ist das 1. Semester bereits um.

Das Wetter hier ist traumhaft. Wir können stets im T-Shirt und kurzen Shorts rumlaufen und trainieren, aber es ist nicht mehr ganz so heiss wie bei meiner Ankunft. 

   



2. Oktober 2011

Hallo zusammen!

Wie es sich für eine amerikanische Universität gehört, hat auch die University of Arizona ihr Footballteam. Kürzlich fand das erste Spiel gegen Stanford statt, wobei alle Athleten gratis hin durften. Es war wiederum ein sehr eindrückliches Erlebnis. Zu Beginn zeigten das Orchester und die Cheerleader unserer Uni ihr Können, danach begann das Spiel. Ich muss schon zugeben, von den Regeln hatte ich nicht viel Ahnung, trotzdem war es ein gelungener Abend mit meinen Teamkolleginnen und Kollegen.

Am nächsten Tag feierten wir meinen Geburtstag mit einem Brunch in einem gemütlichen Restaurant. 

An der Uni hatte ich meine erste Prüfung über Italien und das Mittelalter und bereits mehrere Aufsätze zu schreiben. Der Schwerpunkt meiner ersten Prüfung wurde auf den Poeten Dante Alighieri gelegt, ich ackerte mich aber nochmals durch das ganze Mittelalter. Vergangene Woche konnte ich mich bereits für das nächste Semester (ab Januar 2012) einschreiben, wobei ich dann drei unterschiedliche Psychologiekurse (General psychology, social psychology, abnormal psychology), sowie einen Englischkurs belegen werde. Ich freue mich sehr darauf.

Erfreuliche Neuigkeiten habe ich aus dem Training. In den letzten Wochen konnte ich beachtliche Fortschritte machen, was mich nicht nur sehr erfreut, sondern auch sehr motiviert.  Meine Trainerin fordert sehr viel von uns und es stehen wöchentlich zwei intensive Trainingseinheiten auf dem Plan. Innerhalb des Teams herrscht eine gute Stimmung. Mit den meisten komme ich gut bis sogar sehr gut aus. Dennoch ist ein gewisser Konkurrenzkampf zu spüren. Von den achtzehn Mädchen unseres Teams schaffen es nur sieben in die Wettkampfgruppe. Das heisst, nur sieben werden in die verschiedenen Staaten an die Wettkämpfe reisen dürfen. Nächsten Samstag habe ich mein erstes Rennen hier in Arizona. Ich hoffe, dass ich es unter die besten sieben unseres Teams schaffe. 

Es sind bereits wieder 2 Wochen vergangen seit meinem letzten Bericht. Irgendwie vergeht alles so schnell. Hat wohl auch damit zu tun, dass ich mich inzwischen wirklich sehr gut eingelebt habe und der nach wie vor ausgefüllte Alltag rund läuft. 

Liebe Grüsse
Cléa


  



20. September 2011


Und schon ist mehr als einen Monat hier vergangen. Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht.  Am Freitag, 2. September, ging es für drei Tage nach Flagstaff, einer Stadt in Arizona, die auf 2100m Höhe liegt. Wir logierten in einer Holzhütte, die einfach und gemütlich eingerichtet war. Dort absolvierten wir einige Trainings und verbrachten die Abende jeweils draussen mit einem friedlichen Zusammensein. Eine meiner Teamkolleginnen spielte auf der Gitarre und sang dazu, die anderen hörten zu. Ausserdem bekam ich am Samstagabend Manicure und Pedicure von einer anderen Teamkollegin. Ich war richtig beeindruckt, was für Talente meine Kolleginnen nebst dem Laufen besitzen. Am Samstag, 3.September, fand für einige der erste Wettkampf dort statt. Ich absolvierte am Morgen ein Intervall-Training: 8 x eine Meile in 6:30 Minuten und feuerte danach mein Team an.  Da ich noch nicht in Wettkampfform bin, hat meine Trainerin entschieden, erst im Oktober in die Wettkampfsaison einzusteigen. 
Am Sonntag ging es nach einem langen Dauerlauf wieder mit unserem „Arizona-Car“ nach Hause. 

Vom Sport zur Schule. Ich hatte bereits einen Grammatiktest und einen dreiseitigen Essay in meinem Englischkurs. Und noch eine Randnotiz: als Teil des Track&Field Teams gibt es pro Woche sechs Stunden kollektives Lernen und Arbeiten für die Schule, damit wir auch sicher nicht durchfallen. 

Am Freitag, 16.September, hatten wir bei uns in Tucson den Heimcrosslauf, welcher über 5 Kilometer und viele Steigungen führte.  Zwei Colleges und weitere High schools waren angereist, um sich in einem kleinen Rahmen zu testen. Obwohl ich gerne teilgenommen hätte, war es sicherlich die bessere Entscheidung, wieder als Zuschauerin dorthin zu gehen. Für mich als Schweizerin war es eine total eindrückliche Veranstaltung. Ein kleines „Home Meet“ und eine gigantische Stimmung. Viele Teilnehmer, viele Zuschauer und alle gaben ihr Bestes. Unser Team gewann die Gesamtwertung.


Meinen Geburtstag haben wir im IHOP, einem gemütlichen und schönen Breakfast-place, mit einem Brunch gefeiert. Ich hatte mein erstes wirklich typisch amerikanisches Breakfast: Pancakes mit Blueberries, Bananen und eggs und dazu viel Coffee. Es war gemütlich, lustig und schön mit all den girls von meinem Team. Als ich dann fertig mit Essen war, kam das ganze Küchenteam, hat für mich gesungen und uns Eis offeriert.  Am Abend hat Coach Erin für das ganze Team bei sich zu Hause gekocht. 

Und nun geht es wieder an die Arbeit.

Ich grüsse euch alle herzlich
Cléa

                       




2. September 2011

Freude, Begeisterung, Spannung, Tränen und Überforderung. Die letzten Wochen waren spannend, herausfordernd und sehr emotional.

Am 22. August hatte ich meinen ersten Schultag hier an der University of Arizona. Etwas aufgeregt machte ich mich früh auf den Weg zu meiner ersten Vorlesung und benötigte am ersten Tag eine halbe Stunde um das richtige Gebäude und mein Zimmer auf dem riesigen Campus zu finden.

Momentan habe ich vier verschiedene Kurse: Englisch, Italienisch, „General Studies“ (Geschichte) und Aids im 21.Jahrhundert. Das erste Semester meines Studiums habe ich Pflichtkurse zu belegen, welche überhaupt nichts mit Psychologie zu tun haben, aber alle für meinen Abschluss zählen. That's USA! Ganz anders als in der Schweiz.

Manche Kurse finden in kleineren Zimmer statt, andere in grossen theaterähnlichen Vorlesungsräumen.

An der Uni ist jeden Tag viel los. Die Studenten sind mit Fahrrädern (so wie ich), Skateboards, zu Fuss oder mit Kickboards unterwegs.

Mein Alltag hat sich schon etwas eingependelt. Da es draussen 35-40°C warm oder eben heiss ist, heisst es jeweils um 5:30 Uhr aufstehen und um 6:00 Uhr beginnt das Training. Es wird in etwa 3 Gruppen einen Dauer- oder Tempolauf absolviert und danach schicken sie uns meist direkt ins Eisbad, um die Erholung zu fördern. Nachdem ich zu Hause innerhalb von einer knappen Stunde geduscht und gefrühstückt habe, mache ich mich dann auf den Weg zur Uni und habe Vorlesungen von 9:30-14:00 Uhr – dazwischen jeweils kurze Pausen. Um 15:30 Uhr beginnt die zweite Trainingseinheit und danach geht es meist direkt zum Krafttraining. Nebenbei gibt es nach wie vor einiges zu erledigen: Formulare, Meetings mit Informationen, Einkaufen, Kochen, Wäsche machen, Putzen und eben Hausaufgaben und lernen.

Alles ist neu und spannend, doch muss ich zugeben, dass es Momente gab, wo ich mich überfordert fühlte. Einmal, da wurde es mir trainingsmässig zu viel,  ein anderes Mal kam ich mit den Forderungen der amerikanischen Leichtathletikorganisation nicht klar.

Letzten Samstag nach dem Morgentraining ging ich mit meinen Mitbewohnerinnen shoppen und danach zu einer Poolparty. Wir relaxten im Pool, es lief gute Musik und wir hattn viel Spass miteinander. Am Dienstag bereiteten wir zu viert ein köstliches Abendessen vor und machten uns einen gemütlichen Abend.

Sportlich gesehen geht es stetig aufwärts. So habe ich meine 3 Meilen-Strecke das letzte Mal bereits um 20 Sekunden gesteigert.

Ich denke jeder Einstieg ist schwer. Im Team zu trainieren macht sehr viel Spass, die Uni ist ebenfalls eine neue, tolle Erfahrung und ich habe in den letzten Wochen sehr viel gelernt. So bin ich weiterhin guten Mutes und fest davon überzeugt, dass es der richtige Schritt war.

Nun steht ein kurzes Trainingslager in Flagstaff an auf das ich mich jetzt schon riesig freue. Ich wünsche euch alles Gute in der – ich glaube nun schon etwas kühleren – Schweiz und bis bald!

Liebe Grüsse

Cléa
                      
Mein Zimmer am Einrichten                        Lange Diagonale in der Abenddämmerung


22. August 2011


Am Samstag, 6. August bin ich voller Vorfreude in Tucson, Arizona angekommen.

Das pfeiffersche Drüsenfieber anfangs Saison zwang mich zu einer dreimonatigen Pause. Nach einem sanften Einstieg habe ich hier in den USA das Training wieder voll und ganz aufgenommen. Vieles ist hier anders und fast alles ist neu.

Auf dieser Homepage werde ich über meine Erlebnisse, Erfahrungen und Abenteuer hier in Amerika berichten

 


Ankunft und die ersten zwei Wochen

Die erste Woche verbrachte ich bei einer Teamkollegin zu Hause. Denn in meinem neuen Haus, welches ich mit 3 Amerikanerinnen teile, war noch gar nichts eingerichtet. So hatte ich eine knappe Woche Zeit, mein Bett und alles zu besorgen, mein Zimmer einzurichten und einzuziehen.

Mein Alltag begann um 6:00 Uhr morgens. Da trafen wir uns für das Morgentraining. Meistens liefen wir 60 Minuten, teilweise sogar bis zu 80 Minuten. Von 9:00 Uhr bis 15:00 Uhr waren an der University of Arizona ‚Orientation-Days’. Dabei traf ich alle neuen internationalen Studenten hier und uns wurde alles erklärt, es gab Formulare auszufüllen, das Uni-Gebäude wurde uns gezeigt, usw..

Kurz nach 15:00 Uhr musste ich eine zweite Trainingseinheit absolvieren. Die zweite Einheit bestand aus Schwimmen, Biken, Kraft- oder Hürdentraining. Nachdem auch die zweite Trainingseinheit absolviert war, fuhr ich zum Supermarkt zum Einkaufen, besorgte mein Bett, richtete es in meinem neuen Zimmer ein, besorgte Bettutensilien, musste Formulare ausfüllen, hatte einen Physiotherapietest, Ärztetermine, einen Bluttest und weitere Besorgnisse.

In der zweiten Woche ging es dann etwas ruhiger zu und her. Ich trainierte stets zwei Mal am Tag und hatte ein paar Besorgnisse zu erledigen. Doch hatte ich auch Zeit, mich auszuruhen oder mit meinen Mitbewohnerinnen durch Tucson zu fahren, in Shops zu gehen oder gemütlich gemeinsam Abend zu essen.

Obwohl es ein harter Einstieg war, gefällte es mir hier bisher sehr gut. Die vielen Leute, welche ich kennen gelernt habe, sind offen und nett, ich kann viel Zeit in den Sport investieren und habe viele andere Mädchen rundum mich, die dasselbe tun. Meine Trainerin und meine Teamkolleginnen sind herzlich und lieb, die Umgebung ist wunderschön.

Aufgrund der heissen Temperaturen, wird täglich um 6:00 Uhr eine Laufeinheit absolviert.

Nächste Woche beginnt die Uni und ich melde mich wieder mit den Impressionen und Eindrücken.